In guten wie in schlechten Zeiten

8 Tips zur Überwindung einer Ehekrise

„Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ - das passiert selten von alleine. Eine gute Ehe ist Arbeit, sie erfordert Ausdauer und Entschiedenheit. Wenn die Ehe doch in eine schwere Krise gerät, so „braucht jeder Ehegatte in erster Linie den Willen, dem anderen gegenüber trotz seiner Fehler aufrichtig und loyal zu sein, selber geduldig auszuharren und die Fehler zuerst bei sich selber zu suchen“, heißt es in dem Buch „Die Ehe: Gabe und Aufgabe“, das Arturo Cattaneo gemeinsam mit dem Ehepaar Monika und Peter Lochner geschrieben hat. Acht Tips zur Überwindung einer Krise werden dort genannt:

 

1.      Um eine schwierige eheliche Situation zu ändern, ja zu verbessern, ist es notwendig und empfehlenswert, zuerst die Vergangenheit aufzuarbeiten. Es ist wichtig, Fehler nicht nur anzuerkennen, sondern auch verzeihen zu können und eine Bitte um Vergebung anzunehmen. Fehler, falsche Handlungen, Verletzungen jeder Art immer wieder vorzuhalten, neurotisieren eine Beziehung. Verzeihen ist der erste Schritt; entscheidender, jedoch schwieriger ist das Vergessen. Durch das Verzeihen und Vergessen erhält jeder täglich eine neue Chance. Erst so wird ein optimistischer Blick in die gemeinsame Zukunft überhaupt möglich.

 

2.      Schnell werden einzelne Fehler generalisiert: „Du kommst immer zu spät“, „Du musst immer das letzte Wort haben“ oder „Du wirst mich nie verstehen.“ Mit der Verallgemeinerung und der Fixierung auf das negative Detail nimmt man dem Partner die Chance und die Motivation, sich zu ändern. Das Zusammenleben kann sich so nicht harmonisch entwickeln.

 

3.      Der gegenseitige Respekt ist absolut notwendig, um neu zu beginnen - und zwar auf drei sich ergänzenden Ebenen: in der Sprache, in den Handlungen und in den Gesten. Wer die andere Person respektiert, achtet ihre Freiheit als Person, nimmt sie an, so wie sie ist, obwohl er ihr helfen will, sich zu bessern. Worte können tief verletzen und erniedrigen, ebenso Gesten und Rechthaberei. Die nicht verbale Kommunikation kann man lernen und verbessern.

 

4.      Eine aufbauende Kommunikation bedeutet: sich zuhören können, sich klar ausdrücken, den anderen verstehen wollen und nicht verletzen - auch nicht durch Gesten. Eine gute Kommunikation bringt die Partner einander näher, hilft zu gegenseitigem Verständnis, fördert die Einheit. Aber keine unnötigen kleinlichen Diskussionen über immer dieselben Details und Alltäglichkeiten. Solche Streitigkeiten zerstören jedes Wohlbefinden; und wenn sie vor den Kindern ausgetragen werden, verletzen sie diese tief. Streiten? Ja, aber niemals vor den Kindern! Und immer mit dem guten Willen, sich wieder zu versöhnen.

 

5.      Humor, Humor, Humor - mit Sinn für Humor lässt es sich besser leben. Über sich selber lachen zu können ist nicht einfach, kann aber erlernt werden. So können schwierige Situationen elegant gemeistert werden, und das Zusammenleben wird viel schöner.

 

6.      Die Tendenz, den anderen zu kontrollieren, sollte gebremst werden. Niemand darf sich beobachtet und analysiert fühlen. Spontaneität wird gehemmt, ein natürliches Verhalten unmöglich gemacht. Ständige Vorwürfe zermürben. Wie gut kann sich die Persönlichkeit in einer angenehmen, positiven und heiteren Atmosphäre entfalten!

 

7.      Es ist wichtig, ein liebevolles Sexualleben zu pflegen, das auf die gegenseitige Beglückung ausgerichtet ist. Die körperliche Liebe ist wichtig. Wenn die ehelichen Beziehungen weggefallen sind, ist es schwierig, die Ehe zu retten.

 

8.      Ein letzter Tip: sich gegenseitig schöne Tage und Erlebnisse schenken. Was wünscht sich meine Frau, mein Mann: ein gemütliches Frühstück ohne Zeitung, einen Kuss beim Weggehen und Nachhausekommen, einen Ausflug oder eine Städtereise, einen Kinobesuch oder einen Tanzkurs? Kleinigkeiten machen das Leben angenehm und verwandeln den Alltag in Poesie.

 

 

 

 

Arturo Cattaneo mit Monika und Peter Lochner: Die Ehe - Gabe und Aufgabe. Impulse zur Vorbereitung und zur ständigen Erneuerung. Verlag nova & vetera. Bonn 2008.