Die Familie – 1. Nazareth (17.12.2014)

Jede christliche Familie kann – wie Maria und Jesus es taten– Jesus aufnehmen, ihm zuhören, mit ihm sprechen, ihn bewahren und schützen, mit ihm wachsen; und auf diesem Weg die Welt verbessern. Lasst uns in unseren Herzen und in unseren Tagen Platz schaffen für den Herrn. So haben es auch Maria und Josef getan, und es ist auch für sie nicht leicht gewesen. Sie waren ja keine unwirkliche, künstliche Familie. Es gab viele Schwierigkeiten. Die Familie von Nazareth fordert uns auf, die Berufung und die Mission der Familie überhaupt, jeder Familie, neu zu entdecken. Und was in jenen dreißig Jahren in Nazareth geschah, kann auch für uns Wirklichkeit werden: die Liebe und nicht den Hass zur Alltäglichkeit werden lassen, die gegenseitige Hilfe und nicht Gleichgültigkeit und Feindschaft zur Norm werden lassen. Es ist kein Zufall, dass der Name Nazareth „die Bewahrende“ bedeutet – wie Maria, die „alles, was geschehen war, in ihrem Herzen bewahrte“ (vgl. Lk 2,19.51). Seit damals ist jedes Mal, wenn eine Familie dieses Geheimnis bewahrt, sei es auch am Ende der Welt, das Geheimnis Jesu, der uns retten kommt, das Geheimnis des Gottessohnes am Werk. Er kommt, um die Welt zu erlösen.

 

Das ist die große Mission der Familie: Platz zu schaffen für die Ankunft Jesu. Jesus aufzunehmen in der Familie, in der Person der Kinder, des Ehepartners, der Großeltern… Jesus ist dort. Dort will er aufgenommen werden, damit er im Geiste in jener Familie aufwachsen kann.

 

Jesus kam in einer Familie zur Welt. Er hätte auf spektakuläre Weise in die Welt eintreten können, als Krieger, als Kaiser… Aber nein, er kommt als Kind einer Familie, wie es viele gibt. (…) Wir können uns nur zu leicht vorstellen, wie viel die Mütter von der Fürsorge Mariens für diesen Sohn lernen könnten! Und welchen großen Nutzen die Väter aus dem Vorbild Josefs ziehen könnten, der als gerechter Mann das Kind und seine Braut – seine Familie – in allen schweren Lebenslagen beschützt hat! Ganz zu schweigen davon, wie sehr die Jugendlichen vom Beispiel des jungen Jesus ermutigt werden könnten, die Notwendigkeit und Schönheit der Befolgung ihrer tiefsten Berufung zu verstehen und große Träume zu haben! Jesus hat in jenen dreißig Jahren seine Berufung gepflegt, derentwegen der Vater ihn gesandt hatte. Und nie in all den Jahren hat Jesus den Mut verloren; im Gegenteil ist er im Mut gewachsen, um seine Mission zu erfüllen.

Das ist die große Mission der Familie: Platz zu schaffen für die Ankunft Jesu. Jesus aufzunehmen in der Familie, in der Person der Kinder, des Ehepartners,der Großeltern… Jesus ist dort. Dort will er aufgenommen werden, damit er im Geiste in jener Familie aufwachsen kann.


Ich möchte mit euch über die Familie zu sprechen, über dieses große Geschenk, das der Herr der Welt von Anbeginn gemacht hat, als er Adam und Eva auftrug, sich zu vermehren und die Erde zu bevölkern (vgl. Gen 1,28). Ein Geschenk, das Jesus mit seinem Evangelium bestätigt und besiegelt

hat.

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